Corona-Update

Saturday, der 14. March 2020
FiNet

Die Schlagzeilen zu „Corona“ bzw. SARS-CoV-2 überschlagen sich derzeit. Inzwischen werden Kindergärten und Schulen bundesweit geschlossen. Keiner weiß ganz genau, wie gefährlich der Virus ist. Die Meinung geht von „viel gefährlicher“ als man uns erzählt bis zur „größten Hysterie“ der Menschheitsgeschichte. Als Vermögensverwalter möchte ich mir nicht anmaßen, irgendwelche Prognosen abzugeben. Hier verweise ich gerne auf den NDR-Podcast von Prof. Drosten von der Charité in Berlin. Er erscheint mir sehr authentisch und rational und kann die Lage aus meiner Sicht mit am besten in Deutschland einschätzen. Seine Rationalität würde auch vielen an der Börse gut zu Gesicht stehen … Aber leider herrscht Panik und Fakenews machen die Runde in den sozialen Medien. Die Folge sind u.a. Hamsterkäufe in den Supermärkten von Klopapier & Co. und Panikverkäufe an den globalen Börsen.

Fast alle „Risiko“-Assetklassen wurden in den letzten drei Wochen verkauft, in den letzten Tagen sogar sichere Staatsanleihen und Gold. Oft auch getrieben von maschinellen, algorithmusgesteuerten Handelsprogrammen. Hinzu kommt noch als Folge von Corona und der künftig rückläufigen globalen Ölnachfrage ein „Ölkrieg“ innerhalb der OPEC+ zwischen Saudi-Arabien und Russland sowie den „Frakern“ in den USA, der seit letztem Sonntag tobt und Öl in wenigen Stunden um rund 30% fallen lies. Auch die Rede von Donald Trump lies die Märkte beben. Alles in allem eine unschöne Konstellation, die sich in den letzten knapp drei Wochen ergeben und an den Börsen entladen hat. Der aktuelle Rückgang ist einzigartig und wird aufgrund seiner Geschwindigkeit ebenso wie die globale Finanzkrise 2008 in die Geschichtsbücher eingehen. Hier finden Sie z.B. Daten zur Entwicklung einzelner Länderindizes von MSCI. Wer weiterführende Charts zur aktuellen Lage an den Börsen haben möchte, kann mir gerne eine Mail schicken.

Während Aktien gefallen sind, sind die Zinsmärkte zeitweise auf nie gesehene Niveaus gestiegen bzw. die Zinsen auf Rekordtiefs gefallen. 10jährige Bundesanleihen rentieren zeitweise bei fast -0,90%, sogar 30jährige Anleihen sind im negativen Bereich. Auch US-Staatsanleihen fielen – unterstützt von einer fast panischen Zinssenkung der US-Notenbank FED auf Rekordtiefs von 0,40%. Alles Zeichen von Panik!

Stellvertretend soll der Verlauf der Volatilität, also der Schwankungsbreite des US-amerikanischen Marktes (VIX) sein. Viele setzen den Begriff auch mit „Angst“ oder einem Angstbarometer gleich. Wir hatten am Donnerstag fast die Niveaus von 2008 erreicht. Auch der VDax steigt Freitag bis auf 75%.

Wer sich noch etwas mehr mit der Psychologie der Märkte beschäftigen möchte, kann sich den CNN Fear & Greed Index betrachten. Dieser bewegt sich von 0 (Panik) bis 100 (Euphorie). Dieser Index lag kurz am Donnerstag bei 1! Zur Erinnerung: Noch Mitte Februar haben wir in vielen Indizes All-time-Highs oder Mehrjahreshochs erreicht.

Erschreckend ist aber auch die massive Austrocknung der Liquidität in den letzten Tagen, vor allem bei Anleihen. Offensichtlich fehlt immer mehr der Faktor Mensch, der früher bereit war, zu kaufen. Maschinen haben in den letzten Jahren immer mehr die Entscheidungen übernommen – in beide Richtungen. Keine gute Entwicklung unseres Erachtens. Nicht nur deswegen verzichten wir u.a. auch ETFs. Mehr dazu in einem der vorherigen Blogs.

Und wie geht es nun weiter und was soll ich als Anleger machen? Den einzigen Rat, den ich Ihnen mit fast 30 Jahren Berufserfahrung und dem Durchleben von zwei großen Krisen geben kann, ist Ruhe zu bewahren. Auch wenn wir eine solche Situation noch NIE erlebt haben, so sollten die Märkte nach Corona ähnlich reagieren. Da ich davon ausgehe, dass wir das Virus besiegen und die Notenbanken und Regierungen ALLES unternehmen werden, um  Gesellschaft und Realwirtschaft zu stabilisieren, werden sich auch die Märkte wieder erholen. Wann und wie schnell, dass weiß keiner. Es kann sein, dass die Aktien noch einmal fallen, aber es wird wieder nach oben gehen. Im Nachhhinein wird sich die aktuelle Krise als sehr guter Einstiegspunkt für Aktien erweisen – davon bin ich fest überzeugt. Geben Sie also Ihrem Geld Zeit und bleiben Sie Ihrem Ziel treu.

Wenn Sie Fragen haben, kommen Sie gerne auf mich zu oder schreiben mir eine Mail an frank.huttel@finet-am.de. Wir als der „Anti Robo-Advsor“ sind gerne für Sie da – ob im Büro oder unter Umständen im Homeoffice, wenn es die Situation vorschreibt. In Italien und Frankreich ist dies schon Realität.

Viele Grüße und bleiben Sie gesund!

Frank Huttel

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