Glossar - Vividam - nachhaltige Geldanlagen

 

Warum ein Glossar? Nicht jeder Anleger, der sein Geld nachhaltig anlegen möchte, ist ein Finanz-Experte und kennt sich mit den zahlreichen Fachbegriffen der Investment-Welt aus. So zeigen Umfragen unter Anlegern, das zwar etwas mehr als die Hälfte aller Befragten (also rund 50 %) grundsätzlich die Prinzipien einer nachhaltigen Geldanlage verstehen, jedoch fast ebenso viele Personen sich nicht ausreichend informiert fühlen.

Was also fast zwangsläufig dazu führt beziehungsweise führen muss, dass potenzielle Anleger nicht oder nicht in größerem Umfang aufgrund eines Defizits an einfachen Informationen in nachhaltige Anlagen investieren. Einen Umstand, den wir von vividam mit unserem Glossar rund um nachhaltige Geldanlagen aktiv begegnen möchten.

Folglich finden Sie als Anleger nun die wichtigsten Begriffe, die sie als nachhaltig orientierter Investor kennen sollten.

Best-of-Class

Dieser Ansatz schließt systematisch bestimmte Investments oder Investmentklassen wie Unternehmen, Branchen oder Ländern vom zulässigen Investment-Universum aus, wenn diese gegen spezifische Kriterien verstoßen. Verbreitete Kriterien sind Waffen, Arbeitsrechts- und Menschenrechtsverletzungen, Umweltzerstörung, Korruption und Bestechung, Glückspiel, Kernenergie, Pornographie, Tabak und Tierversuche.

Best-in-Class

Anlagestrategie, nach der – basierend auf ESG-Kriterien – die besten Unternehmen innerhalb einer Branche, Kategorie oder Klasse ausgewählt oder gewichtet werden, also diejenigen, die im Branchenvergleich in ökologischer, sozialer und ethischer Hinsicht die höchsten Standards setzen.

Carbon Bubble

Unter der Carbon Bubble – zu Deutsch Kohlenstoffblase – wird eine Investitionsblase verstanden, die sich aus der Unvereinbarkeit des Zwei-Grad-Ziels mit dem Abbau und der Nutzung weiter Teile der momentan bekannten Reserven an fossilen Brennstoffen wie Erdöl, Kohle und Erdgas ergibt. Die Annahme ist, dass ein Großteil der entsprechenden Investitionen überbewertet ist, da das Risiko der Unverwertbarkeit nicht berücksichtigt wird.

Carbon Footprint

Der Carbon Footprint eines Investments bezeichnet die Menge an Treibhausgas-Emissionen die ein Produkt, Unternehmen oder Portfolio verursacht.

Carbon Value-at-Risk (CVaR)

Beim Carbon Value-at-Risk handelt es sich um ein von der Londoner Investmentgesellschaft „Schroders“ entwickeltes Modell, mit welchem gemessen wird, wie sich der Kohlenstoffpreis auf das Unternehmensergebnis auswirkt. Anhand des CVaR wird die Auswirkung der Erhöhung des Kohlenstoffpreises auf 100 US-Dollar pro Tonne auf die Unternehmensgewinne ermittelt. Dabei berücksichtigt das CVaR Modell vor allem die Emissionen innerhalb der Lieferkette, denn sie können in manchen Sektoren bis zu 90 % des CO2-Fußabdrucks ausmachen.

Climate Progress Dashboard

Ein ebenfalls von der Investmentgesellschaft Schroders entwickeltes Tool, mit dem der Fortschritt bei der Einhaltung der Beschränkung des globalen Temperaturanstiegs auf 2oC bewertet werden kann. Das Climate Progress Dasboard umfasst dabei zwölf Parameter, die von den politischen Maßnahmen bis hin zu Kohlenstoffpreisen und der Verwendung von fossilen Brennstoffen gehen.

Die aus jenem Dashboard hervorgehenden Informationen können nachhaltig orientierten Anlegern bei dem eigenen Investment-Vorhaben helfen, den Umfang der notwendigen Änderungen zu erfassen und Bereiche zu identifizieren, die Anlagerisiken oder Anlagechancen bergen.

COP

Die UN-Klimakonferenzen innerhalb derer die jährlichen Verhandlungen (englisch: Conference of the Parties – COP) von Staaten und weiteren Akteuren stattfinden, mit dem Ziel eine gemeinsame Lösung für den vom Menschen verursachten globalen Klimawandel und die damit verbundene Erderwärmung zu finden. Da es sich bei der Klimakonferenz 2018 in Kattowitz um die 24. Klimaverhandlung handelte, wird sie COP24 genannt.

Corporate Governance

Governance-Themen beziehen sich auf die Qualität des Managements von Unternehmen, die Unternehmenskultur, Risikoprofile und andere Besonderheiten. Dies beinhaltet auch die Verantwortlichkeit von Vorständen und deren Verpflichtung mit Blick auf das strategische Management von sozialer und ökologischer Performance. Darüber hinaus geht es um Prinzipien wie transparente Berichterstattung und die Umsetzung von Management-Aufgaben in einer Weise, die frei von Missbrauch und Korruption ist. Hierzu zählen Corporate Governance-Themen (Vergütung von Führungskräften, Aktionärsrechte, Zusammensetzung des Vorstands), Bestechung, Korruption, Dialoge mit Interessensgruppen, Lobby-Aktivitäten etc.

Corporate Responsibility

Bezeichnet die Verantwortung eines Unternehmens, in seiner Geschäftsausübung so zu operieren, dass die Umwelt als auch die Gesellschaft als Ganzes keinen Schaden nehmen.

Dekarbonisierung

Unter Dekarbonisierung versteht man die Transformation der Wirtschaft in Richtung eines niedrigeren Ausstoßes von Kohlenstoffdioxid.

Divestment

Divestment – zu Deutsch Desinvestment – ist das Gegenteil von Investment und bezeichnet dennach den Abzug von Investmentkapital aus Aktien, Anleihen und Fonds. Die globale Divestment-Bewegung zum Klima setzt sich dafür ein, Kapital aus treibhausgas-intensiven Unternehmen abzuziehen.

Engagement

Ein langfristiger Dialog von Investoren und Unternehmen mit dem Ziel, die Unternehmensführung für die Berücksichtigung von sozialen, ethischen, und ökologischen Kriterien zu gewinnen. Dies beinhaltet auch Stimmrechtsausübungen auf Hauptversammlungen, Aktionärsanträge und Fragen auf Hauptversammlungen, gemeinsame Initiativen, direkter Kontakt zu Unternehmen und Entscheidungsträgern, Gespräche mit anderen Organisationen und Entscheidungsträgern aus Wirtschaft und Politik.

ESG

Englisch für Environmental, Social and Governance; steht für Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung.

ESG Fondsratings

Bezeichnet die Bewertung eines Investmentfonds seitens einer Drittpartei – zumeist durch eine spezielle Rating-Agentur. Hier werden, die einem Fonds zugrunde liegenden Positionen analysiert und die darin nachgewiesenen ESG-Werte mithilfe bestimmter Parameter quantifiziert. Die Auswahl der Parameter und die daraus resultierende Bewertung können je nach ESG-Ratingagentur unterschiedlich ausfallen.

ETF

ETF steht für „Exchange Traded Funds“, auf Deutsch also „börsengehandelte Fonds“. Ein ETF zielt darauf ab, die Wertentwicklung eines Index wie beispielsweise des DAX, dem deutschen Leitindex, nachzubilden und die gleiche Rendite wie der Index zu erzielen (abzüglich der geringen Gebühren).

ex-ante / ex-post Kosteninformationen

Die ex-ante-Kosteninformationen müssen einem Anleger vor dem Erwerb oder dem Verkauf eines Finanzinstruments vorgelegt werden. Diese Verpflichtung besteht für die Finanzinstitute seit Anfang 2018. Dementsprechend müssen sie in den Vorab- bzw. Ex-ante-Kosteninformationen sämtliche Kosten und Nebenkosten, die im Zusammenhang mit Wertpapierdienstleistungen und dem jeweiligen Anlageprodukt anfallen, vor einer Transaktion ausweisen. Das gilt für alle Finanzinstrumente, die unter die Regulierung des Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG) fallen, wie etwa Investmentfonds, Aktien, Zertifikate, Anleihen und Vermögensanlagen.

Zusätzlich zu den Ex-ante-Kosteninformationen hat die Europäische Union auch einen verpflichtenden jährlichen ex-post- Ausweis eingeführt. In diesem müssen die u.a. die Fondsplattformen (ebase etc.) seit 2019 den Anleger über alle Kosten, welche im zurückliegenden Jahr für das Anlageprodukt und die Finanzdienstleistungen tatsächlich angefallen sind, auf Euro und Cent genau informieren.

Infos finden Sie auch hier https://www.bafin.de/SharedDocs/Veroeffentlichungen/DE/Fachartikel/2018/fa_bj_1807_Kostentransparenz.html

Fonds

Eine juristische Einheit, deren ausschließliche Aufgabe der Erwerb von Investitionsbeständen ist. Dies schließt Sonder- und Teilfonds mit ein.

Global Investor Statement on Climate Change

Das Global Investor Statement on Climate Change ist ein Appell von Investoren, der im Vorfeld des Klimagipfels der Vereinten Nationen im Jahr 2014 mit Hinblick auf die Pariser Klimaverhandlungen veröffentlicht wurde. Mit diesem Statement bekennen sich mehr als 404 Investoren, die über 24 Billionen US-Dollar Vermögen repräsentieren, zu ihrer Verantwortung für die Bewältigung des Klimawandels und sprechen sich unter anderem für die Einführung eines stabilen und wirtschaflich wirkungsvollen CO2-Preises aus.

Green Bonds

Green Bonds heißt übersetzt nachhaltige Anleihen. Der Anleger investiert sein Geld in Unternehmen für nachhaltige Projekte. Also zum Beispiel den Bau einer Windkraftanlage oder für nachhaltige Wassernutzung oder ähnliches.

Green Building

Green Building bedeutet auf Deutsch „grünes Gebäude“. Dabei handelt es sich um ein Gebäude, das auf der Basis einer nachhaltigen Denkweise entworfen, geplant und errichtet wird. Der Bau soll sowohl in ökologischer als auch in ökonomischer Hinsicht nachhaltig sein und zugleich soziokulturelle Erfordernisse berücksichtigen.

Green Washing

Der Begriff steht für die irreführende (verschleiernde) Kommunikation von Umweltvorteilen eines Produkts, einer Dienstleistung oder einer Organisation, um ein Unternehmen als umweltfreundlicher darzustellen, als es in Wahrheit ist.

Hybrid Robo-Advisor

Kombination aus Mensch und Maschine: Digitale Geldanlage plus menschliche Beratung, der Hybrid Robo-Advisor verbindet beide Welten. Vermögensberater können mit Unterstützung eines Robo-Advisors auch Kunden mit kleineren Einlagebeträgen an Wertpapiere heranführen und sie intelligent, professionell und effizient betreuen. Anleger profitieren von einem maximal sicheren und modernen Tool, das Geldanlage einfach und „selbst-verständlich“ macht.

Impact Investment

Impact Investments sind Investments in Unternehmen, Organisationen und Fonds mit der Intention, neben der finanziellen Rendite auch sozial und ökologisch etwas zu bewirken. Impact Investments können sowohl in Industrie- als auch in Schwellenländern getätigt werden und können abhängig von den Umständen sowohl unterdurchschnittliche als auch marktübliche Renditen erzielen. Beispiele für Impact Investments sind Mikrofinanzierung und Social Business- oder Entrepreneurship-Fonds.

Impact Messung

Impact-Messung ist keinesfalls zu verwechseln mit Impact-Investing. Es handelt sich dabei um die Art und Weise, wie sich die Aktivitäten von Unternehmen positiv und negativ auf unsere Welt auswirken.

Das Modell SustainEx (abermals entwickelt von der Investmentgesellschaft Schroders) misst die Auswirkung auf die Rentabilität eines Unternehmens, wenn dessen negative oder positive soziale und ökologische Auswirkungen finanziell berücksichtigt werden.

Klimawandel – Global Warming

Die globale Erwärmung , auch als Klimawandel bezeichnet , ist der beobachtete Anstieg der Durchschnittstemperatur des Klimasystems der Erde im Jahrhundert-Maßstab und die damit verbundenen Auswirkungen

Kohleausstieg

Als Kohleausstieg bezeichnet man die politische Entscheidung, Kohle nicht mehr abzubauen bzw. nicht mehr zu verwenden. Gründe für den Kohleausstieg sind u. a. Umweltschutz, Klimaschutz und Gesundheitsschutz (Vermeidung von Gesundheitsschäden durch Luftschadstoffe, die bei der Kohleverbrennung freigesetzt werden). Seit Juni ist in Deutschland die „Kohlekommission“ eingerichtet.

Principles for Responsible Investment (PRI)

Die UN Principles for Responsible Investment (UN PRI), deutsch: Prinzipien für verantwortliches Investieren (UNPRI), sind eine 2006 gegründete Investoreninitiative in Partnerschaft mit der Finanzinitiative des UN-Umweltprogramms UNEP und dem UN Global Compact. Die von den Vereinten Nationen unterstützte Initiative ist ein internationales Investorennetzwerk, das sechs Prinzipien für verantwortungsvolle Investments erstellt hat und umsetzen will.

Ziel ist es, die Auswirkungen von Nachhaltigkeit für Investoren zu verstehen und die Unterzeichner dabei zu unterstützen, diese Themen in ihre Investitionsentscheidungsprozesse einzubauen. So tragen Unterzeichner zu einem nachhaltigeren globalen Finanzsystem bei. Die Ziele sind freiwillig und unverbindlich.

Pariser Klimaabkommen

Das Übereinkommen von Paris (französisch Accord de Paris, englisch Paris Agreement) ist eine Vereinbarung der 196 Mitgliedsstaaten der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC) mit dem Ziel des Klimaschutzes in Nachfolge des Kyoto-Protokolls. Das Übereinkommen wurde am 12. Dezember 2015 auf der UN-Klimakonferenz in Paris verabschiedet und sieht die Begrenzung der menschengemachten globalen Erwärmung auf deutlich unter 2 °C gegenüber vorindustriellen Werten vor.

Recycling

Beim Recycling werden Abfallprodukte wiederverwertet bzw. deren Ausgangsmaterialien werden zu Sekundärrohstoffen.

Robo-Advisor

Der Begriff Robo-Advisor setzt sich aus den zwei englischen Wörtern Robot (Roboter) und Advisor (Berater) zusammen. Ein Robo-Advisor ist ein intelligentes System, das unter Einsatz von Algorithmen und in der Regel ohne menschliche Beteiligung Anlageempfehlungen für ein optimiertes Portfoliomanagement gibt.

Screening

Beschreibt einen Anlageansatz, anhand dessen Unternehmen auf Grundlage von festgelegten Kriterien vor einem Investment ausgeschlossen werden. Beim Screening kann sowohl negative Filter angelegt werden (Ausschluss bestimmter Unternehmen aufgrund ihrer Beteiligung an oder in unerwünschten Handlungen oder Sektoren) oder auch positiven Filter (Auswahl von Unternehmen auf Grundlage ihrer Nachhaltigkeitspraktiken).

In der Fachsprache spricht man hier auch von einer „Best-in-class“-Anlage. Das bedeutet, dass nur in Unternehmen investiert wird, die bei der Einhaltung von Nachhaltigkeitspraktiken und dem Nachweis einer nachhaltigen Wertentwicklung branchenführend sind.

SRI

Kurz für „Socially Responsible Investing“ – steht für das Einbeziehen sozialer und ökologischer Kriterien in Anlageentscheidungen.

Sustainability

Sustainability oder auf Deutsch Nachhaltigkeit. Ein Begriff, der ursprünglich aus der Forstwirtschaft kommt – „forstwirtschaftliches Prinzip, nach dem nicht mehr Holz gefällt werden darf, als jeweils nachwachsen kann.“ Duden.

Die 1983 von den Vereinten Nationen eingesetzte Weltkommission für Umwelt und Entwicklung (Brundtland-Kommission) beeinflusste die internationale Debatte über Entwicklungs- und Umweltpolitik maßgeblich, ohne jedoch auf den Ursprung in der deutschen forstwirtschaftlichen Debatte Bezug zu nehmen. Die Kommission unter dem Vorsitz der ehemaligen norwegischen Ministerpräsidentin Gro Harlem Brundtland hatte den Auftrag, langfristige Perspektiven für eine Entwicklungspolitik aufzuzeigen, die zugleich umweltschonend ist.

In ihrem auch als Brundtland-Bericht bekannt gewordenen Abschlussdokument „Unsere gemeinsame Zukunft“ aus dem Jahre 1987 ist das von diesem Leitgedanken inspirierte Konzept der nachhaltigen Entwicklung definiert.

SDGs

Die Sustainable Development Goals (Ziele für nachhaltige Entwicklung) sind 17 politische Zielsetzungen der Vereinten Nationen, die auf Grundlage der drei Dimensionen der Nachhaltigkeit – Umwelt, Soziales und Wirtschaft – eine weltweite nachhaltige Entwicklung vorantreiben sollen.