Cradle to Cradle bzw. „vom Ursprung zum Ursprung“

Schon einmal etwas von „Cradle to Cradle“ gehört oder gelesen? So dürfte es den meisten Menschen gehen. Und doch ist das Prinzip des „Cradle to Cradle so aktuell wie nie zuvor. Denn bei diesem Prinzip geht es um nichts anderes als das notwendige Umdenken bei der Nutzung von Ressourcen. Gestern, also am 17. Februar 2020, lautete das Thema bei „Hart aber fair“ in der ARD „Welt im Klimawandel: Wieviel können wir selbst tun?“ Den Link zur Mediathek finden Sie hier.

Cradle to Cradle bzw. „vom Ursprung zum Ursprung“ -Einer der Gäste war der deutsche Chemiker und Verfahrenstechniker Michael Braungart. Er ist Professor an der Erasmus-Universität Rotterdam. Zudem Inhaber einer Professur an der Leuphana Universität Lüneburg im Fachbereich Eco-Design.

Neben seinen Professuren ist er zudem Geschäftsführer der Environmental Protection Encouragement Agency Internationale Umweltforschung GmbH in Hamburg (EPEA) und wissenschaftlicher Leiter des Hamburger Umweltinstituts. Und er ist zweifelsohne aufgrund seiner Auffassungen eine durchaus streitbare Person.

Aber der von ihm mitbegründete cradle to cradle Ansatz ist aufgrund der stetig steigenden Müllbelastung und der damit verbundenen Umweltverschmutzung durchaus eine tieferen Betrachtung wert.

Cradle to Cradle – die Definition

Gem. Wikipedia ist Cradle to Cradle (engl., „von Wiege zu Wiege“, sinngemäß „vom Ursprung zum Ursprung“) ein Ansatz für eine durchgängige und konsequente Kreislaufwirtschaft. Das auch als Philosophie bzw. System wahrnehmbare Prinzip wurde Ende der 1990er-Jahre von Braungart und dem US-amerikanischen Architekten William McDonough entworfen. „Cradle-to-Cradle-Produkte“ sind demnach solche, die entweder als biologische Nährstoffe in biologische Kreisläufe zurückgeführt oder als „technische Nährstoffe“ kontinuierlich in technischen Kreisläufen gehalten werden können.

Cradle to Cradle - die Funktionsweise

 

Was bedeutet „Cradle to Cradle“ in der Praxis?

Im Grunde ist das Prinzip des „Cradle to Cradle“ ein radikaler Gegenentwurf zu unserer Wegwerfgesellschaft, denn es hat zum Ziel ein Wirtschaftssystem ohne Produktion von nicht wiederverwertbarem Abfall zu etablieren. Bedeutet, dass das Prinzip des Recyclings in allen Lebens- und Produktionsbereiche höchsten Stellen wert genießt.

Denn Stand heute ist dies nicht der Fall: Der Großteil heutzutage produzierter Verbrauchs- und Konsumgüter sind nach dem des „Von der Wiege zur Bahre“ gefertigt. Bedeutet, dass sie produziert, genutzt und schließlich weggeworfen werden. Damit einhergehend, dass die eigentlich weiterhin nutzbaren Rohstoffe der möglichen Weiter- und Wiederverwendung entzogen werden.

Somit werden diese Rohstoffe aufgrund stetig steigenden Konsums und immer kürzer werden Lebenszyklen ganzer Produktgruppen zu einem fortwährend wachsenden Problem für die Umwelt in Form von Müll.

Und genau dem soll das Prinzip des „Cradle to Cradle“ entgegenwirken. Denn in der idealen CRadle to Cradle – Welt werden alle Güter so produziert, dass:

  • die eingesetzten Rohstoffe nach Gebrauch biologisch abgebaut werden können
  • Rohstoffe als „Nährstoffe“ wieder in den natürlichen Stoffkreislauf zurückgeführt werden
  • genutzte Rohstoffe ohne Verluste zu neuen Gütern verarbeitet werden können

Und / oder

  • Die Energie für Produktion und Re-Design liefern erneuerbare Energien

Zudem gilt, dass giftige und / oder umweltgefährdende Stoffe und Verbundstoffe, die sich nicht sorten-rein recyceln lassen, grundsätzlich von der Produktherstellung zu 100 % auszuschließen sind.

Zusätzliche Infos zu Cradle to Cradle

Wer sich mit ihm und seinen Thesen etwas tiefer auseinandersetzen möchte, findet in dem etwas provokanten Artikel „Greta Thunberg? Wie lächerlich“ weitere Hintergrunde.

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