Rating der Strategie „vividam Nachhaltig 50“ durch yourSRI – Rating A / 5 Diamanten

Wir haben im Februar dieses Jahres eine der aktuell drei Strategien – Nachhaltig 50 – durch eine unabhängige Ratingagentur analysieren lassen.  Wir haben uns dabei für yourSRI in Liechtenstein entschieden.

„Die Technologie- und Innovationsschmiede hinter yourSRI.com ist das Center for Social and Sustainable Products (CSSP). yourSRI.com ist eine FinTech-Plattform, die täglich verwaltete Vermögenswerte in Höhe von etwa 15 Billionen Euro auf deren Nachhaltigkeit hin analysiert. Dadurch haben Anleger mit nur einem Klick die Möglichkeit, ESG- und Klima-Investment-Ratings, Investment-Kennzahlen und Investment-Berichte für Investmentfonds, Exchange Traded Funds (ETFs) sowie Vermögensverwaltungsmandate zu generieren.

yourSRI.com führt konventionelle Finanzdaten (Thomson Reuters/Lipper), ESG-Daten (MSCI ESG Research) sowie CO2-Daten (ISS-Ethix, CDP) zusammen, um auf dieser Grundlage den ESG-Score sowie den CO2-Fußabdruck eines Fonds zu bestimmen. Dadurch schafft yourSRI.com Transparenz im Rahmen von Anlageentscheidungen und erleichtert die Berücksichtigung von ESG- und CO2-spezifischen Faktoren.“ Weitere Informationen zur Methodik erhalten Sie hier.

Das Rating hatte zwei Ziele. Erstens eine „interne“ Kontrolle der von uns eingesetzten Investmentfonds und zweitens eine Dokumentation der Nachhaltigkeit und unserer Philosophie nach außen in Richtung des Endkunden.

Auch wenn Ratings nicht perfekt sind und nur so gut sind, wie die zugrunde liegenden Daten zum Bewertungszeitpunkt, so ist es ein Schritt in die richtige Richtung. Schlussendlich muss der Kunde entscheiden, ob die Ergebnisse für ihn ausreichend sind und seinen Werten entsprechen. Das Rating deckt 81,7 % des Portfolios ab. Für die Analyse wurden die ESG Daten des Anbieters MSCI genutzt.

Die Zusammenfassung des Ratings finden Sie hier.

Schaut man sich die Zusammenfassung des Ratings an, so haben wir bei einem Score von 6,5 von 10 die höchste Ratingstufe von A erhalten. Im Peer-Group-Vergleich wurde ein Score von 85 von 100 Punkten erzielt. Das ist die höchste Stufe und wird mit der Auszeichnung „5 Diamanten“ belohnt.

Das Ranking zeigt, dass unser Ansatz überdurchschnittlich ist. Allerdings erkennt man auch, dass unser Portfolio auf Grundlage der MSCI Daten nicht 100 % perfekt ist. Es wäre aber auch blauäugig anzunehmen, dass es so etwas (jemals) gibt.

Das Portfolio fällt leider beim UN Global Compact durch. Verantwortlich sind hier zwei Aktien – Volkswagen und Chevron. Volkswagen war zum Zeitpunkt des Ratings (in einem Fonds) auf Portfolioebene mit insgesamt 0,06 % vertreten. Chevron hatte eine Allokation von 0,14 %. Somit verstoßen 0,20 % des Portfolios gegen den UN Global Compact. Es gilt nun abzuwägen, ob Volkswagen in Zukunft ein Problemfall bleibt oder sich wirklich zu einem führenden Hersteller von E-Mobilität wandelt. Aktuell sieht alles nach letzterem aus. Über Chevron kann man auch trefflich streiten und wir wollen eigentlich nicht in fossile Energieträger investieren, aber Chevron befindet sich in einem Fonds, der u.a. in Smart-Grids, Speichertechnologien, erneuerbaren Energie etc. investiert. Des Weiteren ist Chevron kein klassischer Öl-Konzern mehr und führend in der LNG-Produktion, d.h. in der Verflüssigung von Erdgas. LNG gilt als Brückentechnologie und senkt die Emission von CO2 und Stickoxiden. Mit Blick in die Zukunft würden wir aber gerne Chevron nicht mehr unbedingt im Portfolio sehen wollen.

       

Des Weiteren sehen wir bei der Kennzahl Business Involvement Exposure einen Wert von 1,3 %. Geht man ins Detail, so sind 0,92 % davon im Bereich Versorger / Kernenergie und 0,20 % im Bereich von Waffen. Besonders in Deutschland ist Kernkraft nach dem Atomausstieg ein heiß diskutiertes Thema und wird von vielen Investoren kritisch gesehen. Zwar ist die Kernenergie CO2-frei, aber die Risiken sind nicht erst seit Fukushima im März 2011 unkontrollierbar. In Frankreich beispielsweise wird dies ganz anders gesehen. So erklärt sich, dass je nach Sitz des Fondsmanagers Kernenergie im weiteren Sinne im Portfolio  enthalten sein kann. Oft sind es Versorger, die sich inzwischen zwar wandeln, aber immer noch Geschäftsbereiche in diesem Bereich haben. Hier ist es Aufgabe des Fondsmanagements – und uns – durch Engagement auf die Aufgabe dieser Geschäftsfelder hinzuwirken.  Im Bereich Waffen ist Honeywell für 0,15 % verantwortlich. Ein Bereich dieses US-amerikanischen Mischkonzerns produzierte bzw. produzierte 85 % der nicht-nuklearen Komponenten für amerikanische Nuklearwaffen. Diese Daten sind allerdings aus dem Jahr 2012. Hier gilt es definitiv noch einmal tiefer nachzuforschen.

Weitere detaillierte Informationen erhalten Sie gerne auf Anfrage.

Zusammenfassend kann man sagen, dass es leider noch keine 100%-Lösung gibt. Nahezu jedes Unternehmen hat in einigen Bereichen Schwächen, während es in anderen Stärken hat. Ziel muss sein – vor allem für uns als Impact Investoren – die Stärken zu fördern, aber vor allem die Schwächen zu identifizieren und dann durch Engagement diese zu beseitigen. Zu diesem Thema wird es demnächst einen eigenen Blog geben.

Gerne verweise ich auch auf den Artikel „Über die richtige Erwartungshaltung bei Nachhaltigkeitsfonds – Was diese leisten und nicht leisten (können)“  von Roland Kölsch, der das FNG-Siegel mitverantwortet.

Die FiNet Asset Management als Betreiber von vividam ist seit diesem Jahr Mitglied des FNG.

Keine Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen