Aktiv vs. Passiv und die Kostendiskussion bei nachhaltigen Fonds

Frank Huttel, unser Leiter des Portfoliomanagements, war in den letzten zwei Wochen auf zwei Konferenzen rund um das Thema „ESG und Impact Investing“. Auch hier ging es immer wieder um den Einsatz von ETFs in Portfolien und die niedrigen Kosten dieser passiven Anlageinstrumente. vividam hat sich aber bewusst dagegen entschieden, in diese passiven und günstigen Instrumente zu investieren. Aber warum? Das wollen wir nachfolgend beleuchten.

ETFs basieren auf Indizes bzw. Benchmarks, die diese versuchen so gut und günstig wie möglich zu replizieren. Es geht einzig und alleine um die Erreichung der finanziellen Dimension – also die Wertentwicklung des Index. Dies ist legitim und sinnvoll für viele konventionelle Anleger.

In der Nachhaltigkeit gibt es aber eine zweite, ebenso wichtige, wenn nicht sogar wichtigere Dimension. Die Verfolgung von Werten und immer öfter das Erzielen einer positiven Wirkung (Impact).

Auch wenn es inzwischen einige nachhaltige ETFs gibt, so haben diese keinen beabsichtigten Impact. Diese ETFs integrieren ESG-Kennziffern[1], also nicht-materielle Faktoren, in die klassische Wertpapieranalyse. Oftmals werden auch mit Schwellenwerten bei gewissen Faktoren gearbeitet. Im Ergebnis kommen Indizes heraus, die im Vergleich zum konventionellen Index nur wenige Aktien ausschließen und eine geringe Abweichung (Tracking Error) zum Index haben. So verbleiben immer noch Aktien im Index und somit im ETF, die beispielsweise Umsätze mit Öl, Kohle, Tabak, Alkohol oder anderen unerwünschten Produkten erzielen.

Wir möchten diese ETFs nicht verurteilen, im Gegenteil, denn diese sind immer noch besser als klassische konventionelle Produkte. Wir wollen mit vividam aber eine positive Wirkung erzielen. Dies gelingt nur, wenn wir über aktive Fonds in Unternehmen investieren, die Lösungen, also Produkte und Dienstleistungen, für die Probleme der Zukunft anbieten. Hierbei orientieren wir uns an den 17 UN Nachhaltigkeitszielen (SDGs), die über das Thema Klima und Umwelt weit hinausgehen (siehe auch unseren Blog vom Januar diesen Jahres zu den SDGs). Wenn man aber in Lösungsanbieter investiert, befindet man sich schnell im Bereich von jungen und innovativen Unternehmen aus dem Bereich der Small- und Midcaps. Solche Aktien sind in Benchmarks selten oder überhaupt nicht enthalten. Auch wenn das Risiko dieser Aktien u.U. höher ist, so sind die Chancen, einen „Hidden Champion“ zu finden hier deutlich größer. Dies erfordert aber aktives Research und führt zwangsläufig zu Kosten, die am Ende vom Kunden zu tragen sind.

Ein weiteres Argument, dass gegen passives Management spricht, ist „Engagement“ und das Ausüben von Stimmrechten auf Hauptversammlungen. Nur durch einen konstruktiven, und wenn es sein muss, kritischen Dialog mit dem Unternehmen kann man auf mögliche Verbesserungen hinwirken. Diese Möglichkeit der aktiven Nutzung von ureigenen Rechten von Aktionären nutzen ETF-Anbieter leider (noch) nicht.

Alle diese Punkte lassen uns nur zu einem Entschluss kommen – wir setzen auf aktive Fonds mit der Absicht eine positive Wirkung zu erzielen. Es wird unsere Aufgabe sein, diese Wirkung in der Berichterstattung unseren bestehenden und potentiellen Kunden gegenüber zu beweisen. Das ist „the next frontier“!  Für diesen Ansatz zahlen wir allerdings einen „hohen“ Preis in der Außendarstellung. Die Produktkosten, die im Gegensatz zu ETFs deutlich höher sind, erhöhen die Gesamtkostenquote (die sogenannte TER), die im „ex-ante Kostenausweis“ ausgewiesen wird.  Viele Interessenten gehen davon aus, dass die Produktkosten noch einmal separat zu zahlen sind. Das ist nicht der Fall. Alle Fondskosten werden täglich berechnet und bei der Fondspreisberechnung anteilig abgezogen – daher auch Nettoinventarwert oder NAV. Kunden zahlen bei vividam lediglich 1,29 % inkl. MwSt. direkt an uns, nicht mehr und nicht weniger.

Sind Sie anderer Meinung? Dann freue ich mich gerne über Ihr Feedback – auch per Mail an vivivdam@finet-am.de

[1] https://www.vividam.de/index.php/impressum-2/

Keine Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen